Am 16. November 2025 lud die Frauenbeauftragte des Gehörlosen-Verbandes Schleswig-Holstein e. V., Urte Möller, zu einem Workshop ins Kieler Gehörlosen-Zentrum ein. Die taube Dipl.-Sozialpädagogin Stephanie Raith-Kaudelka aus Berlin leitete den Workshop. 17 Frauen aus Schleswig-Holstein, Hamburg und Berlin nahmen teil, darunter drei aus Lübeck.
Im Mittelpunkt standen Fragen wie: Was ist Gewalt in der Kommunikation? Wie wirkt sie? Wie erkenne ich sie, und wie kann ich mich schützen? Stephanie erklärte fünf Gewaltformen: verbal, nonverbal, emotional/psychisch, passiv/verdeckt und strukturell. In Gruppenarbeit sammelten die Teilnehmerinnen Beispiele aus Alltag, Arbeitsstelle, Gesellschaft und Verein. Die Ergebnisse wurden vorgestellt und in Rollenspielen vertieft. Der Workshop stärkte Selbstwahrnehmung, Achtsamkeit, Bewusstsein für Schutz und Abgrenzung.
Die Rückmeldungen waren sehr positiv. Zum Abschluss dankte Urte der Referentin Stephanie für die sehr gute Leitung des Workshops, sowie der Tochter von Urte für das selbstgekochte leckere Mittagessen und den selbtgebackten Kuchen – ein rundum gelungener Tag.

Am 9. November 2025 – einem besonders bedeutsamen Datum der Geschichte – traf sich unsere Gruppe mit rund 20 Teilnehmer*innen um 11 Uhr im Foyer des Willy-Brandt-Museums. Unter ihnen waren auch acht Taube Personen und ein Gebärdensprachdolmetscher. Zu Beginn erzählte die Stadtführerin kurz aus dem Leben von Willy Brandt. Als 1933 die Nationalsozialisten an die Macht kamen, wurde es für den jungen Herbert Frahm gefährlich. Um sich vor den Nazis zu schützen, nahm er den Namen Willy Brandt an und floh nach Norwegen. Dort setzte er sein politisches Engagement fort. Anschließend begann der zweistündige Rundgang zu „Orten der Demokratie“ in Lübeck. Eine wichtige Station war das Johanneum, das Willy Brandt von 1927 bis 1933 besuchte. In dieser Zeit engagierte er sich in einer sozialistischen Jugendgruppe – ein erster Schritt auf seinem späteren Weg als Kämpfer für Demokratie und Freiheit. Weitere Stationen führten uns zu Orten und Straßen, an denen Persönlichkeiten wirkten, die für demokratische Werte einstanden: die Julius-Leber-Straße, die Fleischhauerstraße, der Rathausmarkt und schließlich die Gerade-Querstraße. Der Rundgang machte sichtbar, wie viele Spuren des demokratischen Engagements in Lübeck bis heute im Stadtbild erkennbar sind – und wie wichtig es ist, sich dieser Geschichte immer wieder bewusst zu werden.
Ángela ist gehörlos, Héctor hört. Sie sind ein junges, glückliches Paar und erwarten ihr erstes Kind – ein Mädchen namens Ona. Doch je näher die Geburt rückt, desto größer wird Ángelas Sorge: Wie kann sie in einer hörenden Welt Mutter sein? Wird Ona hören oder gehörlos sein wie sie? Der Film „Sorda – Der Klang der Welt“ zeigt mit viel Gefühl und Ehrlichkeit, wie Ángela und Héctor mit Ängsten, Barrieren und Missverständnissen umgehen – und wie stark ihre Liebe dabei bleibt.
Das Theaterstück ohne Sprache Ich bin Pinguin passt gut zu den Tauben Kinder und Erwachsenen
US-Historikerin und Professorin für Geschichte an der City University oft New York Dagmar Herzog hielt am 8.11.2025 im voll besetzen Audienzsaal des Rathauses einen Vortrag über ihr Buch „Eugenische Phantasmen - Eine deutsche Geschichte“. Unter den Zuhörenden befanden sich auch acht taube Teilnehmende.
Die Gleichstellungsbeauftragte der Hansestadt Lübeck Elke Sasse hat uns zur Frauenversammlung am 7.11.2025 im Rathaus eingeladen. Nur 6 interessierten Tauben Frauen waren dabei und auch ca 80 Teilnehmerinnen aus ganz Schleswig-Holstein. Vor dem Beginn der Veranstaltung hielt Aminata Touré, Ministerin und stellvertretende Ministerpräsidentin Schleswig-Holstein eine Videobotschaft mit Untertitel. Dann eröffnete Frau Sasse die Frauenveranstaltung.